Eisenbahnnostalgie

Von Dampflok-Zügen, Bahnhöfen und Bahnstrecken

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Historische Berliner Eisenbahnstrecken

Erste Anregungen für den Eisenbahnbau in Berlin gab der Nationalökonom Friedrich List 1833 mit seiner visionär scheinenden Schrift "Über ein sächsisches Eisenbahnsystem als Grundlage eines allgemeinen deutschen Eisenbahnsystems". Berlin sollte hier mit nicht weniger als sechs Fernstrecken den größten deutschen Eisenbahnknotenpunkt bilden. Aus dem gleichen Jahr stammen erste Überlegungen zum Bau einer Eisenbahn von Berlin in südwestliche Richtung, die sich anfangs auf eine Linie nach Leipzig konzentrierten. Erhebliche Schwierigkeiten - technisch und auch rechtlich beschritten die Planer hier Neuland - ließen jedoch eine Beschränkung des Projektes auf die Strecke Berlin-Potsdam ratsam erscheinen.

Die 1837 gegründete Berlin-Potsdamer Eisenbahngesellschaft stellte in etwa 15 Monaten eine eingleisige Strecke von Berlin über Zehlendorf nach Potsdam betriebsfähig her. Am 22. September 1838 konnte zunächst auf dem Teilstück Potsdam Zehlendorf die erste Eisenbahn in Preußen den Betrieb aufnehmen, fast drei Jahre nach Eröffnung der Ludwigseisenbahn von Nürnberg nach Fürth. Mit der Eröffnung der Strecke Zehlendorf Berlin am 29. Oktober 1838 war die gesamte 26 km lange Bahn in Betrieb. Ihren Berliner Bahnhof - in bescheidenem Umfang - hatte die Gesellschaft außerhalb der Stadtmauer vor dem Potsdamer Tor, am späteren Potsdamer Platz, angelegt, der dann 1868 einem größeren Neubau von Quassowski weichen musste.

Durch den Verkauf der Anlagen 1844 an die Potsdam-Magdeburger Eisenbahngesellschaft aber konnte der Betrieb schon wesentlich erweitert werden. Berlin hatte damit seine erste Fernbahn und eine bequeme Verbindung nach Westen erhalten. Dieser wichtigen Strecke war schon 1841 die Berlin-Anhaltische Bahn mit ihrem Empfangsgebäude am Askanischen Platz gefolgt, das dort bis 1872 bestand und dann durch die großartige Backstein- und Eisenkonstruktion von Franz Schwechten und Heinrich Seidel ersetzt werden sollte. Diesen beiden ersten Fernstrecken wurden bald drei weitere hinzugefügt: 1842-1843 die Stettiner Eisenbahn und gleichzeitig bis nach Frankfurt/Oder ein Schienenweg, der sich durch die Niederschlesisch-Märkische Gesellschaft bis nach Breslau verlängern ließ. Als fünfte Verbindung entstand 1846 noch die Berlin-Hamburger Linie, die später mit der Lehrter Eisenbahn vereinigt werden sollte. Die erste Phase der Entstehung des Berliner Bahnstreckennetzes war damit innerhalb von wenigen Jahren abgeschlossen. Fünf Fernbahnen verbanden nun Berlin mit den wichtigsten Teilen Deutschlands, später auch Europas.

Erste Neubaustrecke in einer zweiten Entwicklungsphase war die Berlin-Görlitzer Bahn, die im Sommer 1866 zwischen Berlin und Cottbus einen provisorischen Betrieb aufnahm; 1867 folgte ihre Fertigstellung bis Görlitz. Im gleichen Jahr erhielt Berlin durch den Bau einer neuen Strecke nach Kystrin direkten Anschluss an die Ostbahn. Die seit 1857 im Verkehr mit Ostpreußen erforderliche Mitbenutzung der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn bis Frankfurt-Oder konnte damit entfallen. Die 1871 eröffnete Eisenbahn von Berlin nach Lehrte mündete dort in die Hannoverschen Strecken ein und kürzte die Verbindung mit dem Westen und Nordwesten des preußischen Staates ab.

Stettiner Bahn

Die Bahnstrecke Berlin–Stettin

Berliner Nordbahn

Die Bahnstrecke Berlin–Stralsund

Wriezener Bahn

Die Bahnstrecke Berlin–Wriezen

Dresdner Bahn

Die Bahnstrecke Berlin–Dresden

Angermünde–Bad Freienwalde

Nebenbahn–Strecke

Britz–Fürstenberg

Nebenbahn–Strecke

Eberswalde–Finowfurter Eisenbahn

Kleinbahn

Eberswalde–Frankfurt/Oder

Nebenbahn–Strecke